Die 5 Grundlagen der Kaizen-Philosophie

Annalena Simonis, Donnerstag, 30. September 2021 | Lesedauer: 4 min.

Veränderung fängt bei jedem selbst an. Die Management-Philosophie Kaizen aus Japan hat diesen Grundgedanken verinnerlicht. Lesen Sie hier die fünf wichtigsten Grundlagen für kontinuierliche Veränderung und Verbesserung in Ihrem Unternehmen.

Kaizen ist eine Lebens- und Arbeitsphilosophie, die ihren Ursprung in der japanischen Fertigungstechnik hat, insbesondere in der Automobilindustrie der Nachkriegszeit. Heute gilt diese Denkweise auch in der westlichen Geschäftswelt als ein wichtiger Pfeiler langfristiger Wettbewerbsstrategien. Im Deutschen wurde das Konzept unter dem Begriff Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) übernommen und ist wesentlicher Bestandteil des Innovations- und Qualitätsmanagements.

Die Philosophie steht wörtlich für ständige Veränderung und Verbesserung und setzt sich aus den japanischen Wörtern Kai (=Veränderung) und Zen (=zum Besseren) zusammen. Ziel von Kaizen ist es aber nicht, mit sprunghaften Innovationen Fortschritte zu machen, sondern mit vielen kleinen Schritten und Verbesserungen langfristig große unternehmerische Erfolge zu erzielen. In Japan nennt man dies die "Kunst der kleinen Schritte". Ziel ist es, keinen Tag ohne irgendeine Art von Verbesserung im Unternehmen verstreichen zu lassen. Um dies zu erreichen, muss Kaizen von allen Mitarbeitenden verstanden und gelebt werden. Dafür müssen alle Bereiche des Unternehmens die folgenden fünf Grundprinzipien auf dem Weg zur kontinuierlichen Verbesserung befolgen.

 

1. Kundenzufriedenheit

In Kaizen ist der Kunde König. Nur wenn die Kunden zufrieden sind, kann das Unternehmen erfolgreich sein. Dazu gehören sowohl externe als auch interne Kunden. Der externe Kunde ist der Endverbraucher, der schließlich das fertige Produkt in den Händen hält. Aber auch innerhalb des Unternehmens müssen andere Kollegen, Abteilungen oder Zweige als interne Kunden behandelt werden, um durch interdisziplinäre Zusammenarbeit kontinuierliche Verbesserungen zu schaffen.

2. Qualität

Qualität ist ein hoher Standard in Kaizen und wird kontinuierlich überwacht. Dazu werden definierte Qualitätsindikatoren mit Hilfe von aufwendigen Messverfahren parallel zur Produktion ständig überwacht (Total Quality Management).

3. Prozessorientierung

Kaizen bricht mit dem traditionellen ergebnisorientierten Management. Bei dieser Philosophie stehen die Prozesse im Mittelpunkt. Diese müssen im Unternehmen ständig dokumentiert und verbessert werden. Das gilt für Kernprozesse, wie die Produktion oder die Logistik, aber auch für unterstützende Prozesse, wie dem Personalwesen.

4. Kritik-Orientierung

Alle Mitarbeitende sind aufgefordert, Verbesserungsvorschläge zu machen. Kritik wird in Kaizen als Chance begriffen und daher nicht nur akzeptiert, sondern sogar gewünscht. Die Vorschläge werden auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und tragen dann zur Veränderung und Verbesserung bei. So entsteht ein endloser Kreislauf aus Planung (Plan), Durchführung (Do), Kontrolle (Check) und Verbesserung (Act) (PDCA-Zyklus).

5. Standardisierung

Wenn sich eine Veränderung langfristig als Verbesserung erwiesen hat, sollte sie dauerhaft in die Unternehmensprozesse integriert werden. Ziel ist es, einheitliche Standards für Tätigkeiten, Prozesse, Arbeitsplätze etc. zu setzen. Diese Standards ergeben sich aus den umgesetzten Verbesserungen und sollen helfen, Material, Geld und Zeit zu sparen. Verschwendung jeglicher Art soll auf diese Weise minimiert werden. Wenn eine Standardisierung abgeschlossen ist, kann eine neue Verbesserung angestrebt werden.

Um diese 5 Grundlagen der Kaizen Methode umzusetzen, gibt es inzwischen zahlreiche Methoden und Techniken. Wichtig ist, dass Verbesserung überall geschehen kann, egal ob Mensch, Maschine oder Material. Alles kann überprüft und verbessert werden, um die Qualität zu optimieren und Verschwendung zu minimieren.

 


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