Projekte mit Geschichten steuern

Was ist narratives Management?

Im Rahmen des narrativen (lat. narrare = erzählen) Managements wird versucht, unterschiedliche Situationen und Aufgabenstellungen im Unternehmen mit Hilfe von Geschichten zu steuern. Dieses Prinzip des Storytellings kennen wir bereits aus den Bereichen Unternehmenskommunikation und Marketing. Hier wird Storytelling beispielsweise zur wirksamen Kunden- oder Mitarbeiterbindung eingesetzt. Denn mit Hilfe von Geschichten fällt es uns leichter, Menschen zu involvieren und anzusprechen. Außerdem können sich die meisten Menschen Fakten aus einer Geschichte viel leichter merken, als aus einer sachlichen Faktenaufzählung.

Das Prinzip des Storytellings können wir problemlos auf andere Unternehmensbereiche, wie zum Beispiel das Projektmanagement, übertragen. In diesem Blogbeitrag möchten wir genauer darauf eingehen, wie Sie sich das Prinzip des Storytellings für Ihre Projekte zunutze machen können.

Storytelling im Projektmanagement

Das Erzählen von Geschichten als Steuerungsmethode lässt sich in Projekten erfolgreich einsetzen. Häufige Einsatzbereiche sind die Projektkommunikation und als Hilfestellung zur Lösungsfindung.

In der Projektkommunikation können Sie Storytelling zur Kommunikation der Projektinhalte einsetzen. Hierbei kommunizieren Sie, Ihr Projektteam und andere Stakeholder den Zweck und das Ziel Ihres Projekts durch unterstützende Geschichten.

Zusätzlich bietet Ihnen Storytelling eine Hilfestellung, um die Lösungsfindung zu einem bestimmten Problem zu vereinfachen. Das liegt vor allem daran, dass Geschichten die Vorstellungskraft und Kreativität des Menschen fördern und zur Ideenfindung beitragen.

Ein weiterer sehr interessanter Einsatzbereich des Storytellings sind die sogenannten User Stories im agilen Projektmanagement.

User Stories in agilen Projekten

Die Methode der User Story (Nutzererzählung) wird bereits sehr erfolgreich in der agilen Softwareentwicklung eingesetzt. In der Softwareentwicklung ist es wichtig, die Wünsche und Ideen des Kunden festzuhalten und umzusetzen. Um die Arbeit mit den Anforderungen zu erleichtern, können Sie beispielsweise User Stories einsetzen.

Was sind User Stories?

User Stories beschreiben ein Elementarteilchen der Software, also die kleinste Aufgabe, die ein Nutzer erledigen kann. Eine User Story besteht aus einem Titel, einer Beschreibung und den sogenannten Akzeptanzkriterien. Formulieren Sie eine User Story immer so einfach und klar, wie möglich, und in wenigen Sätzen.

Beispiel einer Beschreibung:

Als Fahrradhändler möchte ich eine Übersicht meiner Fahrräder auflisten können, um diese meinen Kunden anzubieten.

Beispiel Akzeptanzkriterien:

  • Die Übersicht zeigt alle noch nicht verkauften Fahrräder an.
  • Die Übersicht ist nach dem Verkaufspreis sortiert.

Mit Hilfe der Akzeptanzkriterien legen Sie fest, wann die Anforderung, die mit Hilfe der Beschreibung festgehalten wird, als erfüllt gilt. Idealerweise sollten Sie die User Story mit ca. 4 Kriterien erfüllen können. Sind es zu viele Kriterien, sollten Sie die Story in mehrere einzelne Stories unterteilen.

Anwendung von User Stories

Eine User Story sollten Sie immer auf der Benutzerebene halten, denn sie soll die Kommunikation zwischen Entwicklerteam und Kunden erleichtern. Alle technischen Details gehören nicht in die User Story und User Stories ersetzen auch nicht die klassische Spezifikation.

Agile Teams und der Product Owner verfeinern und zerlegen User Stories im Backlog Refinement bis die umschriebene Anforderung möglichst konkret ist. Die technische Umsetzung der User Story legen agile Teams in der Sprintplanung oder in einer Iteration fest und wandeln die Story in die sogenannten Tasks um.

Lesetipps – Agile Methoden: