5 Erfolgsfaktoren die Großunternehmen von Start-ups lernen können

Annalena Simonis, Mittwoch, 23. September 2020 | Lesedauer: 5 min.

David gegen Goliath: Die Bedingungen für Start-ups und klassischen Unternehmen könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch gerade in schnelllebigen Zeiten, wo agile Managementmethoden immer mehr gefordert werden, können Start-ups zu Vorbildern für Großunternehmen werden.

Wer schon einmal in einem Großkonzern gearbeitet hat, kennt die Arbeitssituation: Lange Entscheidungswege, starre Hierarchien und komplizierte Kommunikation schleichen sich in Unternehmen mit 1000 und mehr Mitarbeitern zwangsläufig im Laufe der Zeit ein. Um in der heutigen schnelllebigen Welt relevant zu bleiben, müssen große Unternehmen ihre eingefahrenen Geschäftsprozesse sowie Denk- und Verhaltensweisen hinterfragen. Ein Blick auf die kleineren Wettbewerber auf dem Markt kann sich hier lohnen. Start-ups gelten nicht ohne Grund als Motor für Transformation und Innovation im Wirtschaftssektor. Neue Technologien und die Digitalisierung bietet viele neue Möglichkeiten für lukrative und auch außergewöhnliche Geschäftsideen, fordern aber auch eine gewisse Schnelligkeit und Flexibilität, bei der große Unternehmen nicht mehr mithalten können. In diesem Beitrag erfahren Sie daher welche fünf Dinge klassische Unternehmen von Start-ups lernen können.

 

1. Konsequente Kundenorientierung

Start-ups verfügen gerade am Anfang über stark begrenzte Ressourcen und sind daher auf die Nähe zum Kunden angewiesen, um Lösungsansätze direkt an den Bedürfnissen der Zielgruppe zu orientieren. Aus diesem Grund wissen junge Unternehmen genau wo sie stehen und warum es sie gibt. Im Fokus liegt immer der Mehrwert für die Zielgruppe, weshalb der Kunde frühzeitig aktiv in die Produktentwicklung einbezogen wird. Im Großunternehmen arbeitet hingegen nur ein Bruchteil der Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt wodurch der Fokus mit der Zeit verloren gehen kann.

 

2. Agile Teamarbeit

Die ganzheitliche Ausrichtung auf den Kundennutzen wird durch den Einsatz agiler Methoden unterstützt. In flachen Hierarchien arbeiten eigenständige Teams an kleinen Projekten für die sie die Verantwortung übernehmen. Dies führt zu einer starken Veränderung der Führungsrolle. Statt Leitung und Kontrolle wird viel mehr auf Unterstützung und Ermutigung der Mitarbeiter gesetzt. So kommen Start-ups weg von Silodenken, kleinteiliger Planung und festen Hierarchien hin zu modernen Managementansätzen. Ein Beispiel dafür ist die regelmäßige Ausrichtung der Planung an den Unternehmenszielen mit der OKR-Methode. Ohne versteifte Hierarchien wird das Unternehmen schneller und anpassungsfähiger bei unerwarteten Veränderungen.

 

3. Schnelligkeit trainieren

Klassische Unternehmen setzten bei ihren Prozessen eher auf Sicherheit und Vorhersehbarkeit, während Start-ups vor allem von ihrer Schnelligkeit geprägt sind. Auch hier lautet das Stichwort: agile Arbeitsmethoden. Durch aufgebrochene Hierarchien und gelebte Eigeninitiative werden lange Entscheidungswege vermieden und eine schnellere Umsetzung von kreativen Ideen ermöglicht. Außerdem zeichnen sich Start-ups dadurch aus, dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen schneller am Markt testen und mit dem direkten Feedback der Kunden arbeiten. Grundvoraussetzung dafür ist eine positive Fehlerkultur und die Erkenntnis, dass nur durch Versuch und Irrtum ein Lerneffekt entstehen kann, der mögliche Potentiale aufzeigt.

 

4. Lernprozesse fördern

Start-ups erreichen ein hohes Maß an Flexibilität durch die Bereitschaft Fehler zuzulassen und die Möglichkeit aus ihnen zu lernen. Junge Unternehmen haben so den großen Vorteil wandlungsfähig zu sein und sich an neue Begebenheiten auf dem Markt schnell anzupassen oder sogar neu zu erfinden. Ob einzelne Produkte, Dienstleistungen oder das komplette Konzept, viele Start-ups entwickeln sich Dank Ihrer effizienten Strukturen stetig weiter. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen außerdem schnell neue Märkte zu erschließen und sich optimal zu positionieren.

 

5. Innovation leben

Jedes Start-up beginnt mit einer innovativen Idee für ein Produkt oder einer Dienstleistung, die es auf dem Markt noch nicht gibt. Während klassische Unternehmen eher vorsichtig auf Veränderungen reagieren und mögliche Chancen verpassen ist eine Offenheit gegenüber Neuem grundliegend schon in der Kultur des Start-ups etabliert. Diese Einstellung zieht sich durch alle Unternehmensbereiche und sollte bestenfalls bei den Mitarbeitern fest verankert sein. Ein Umfeld in dem Offenheit und Innovation gelebt wird, fördert die Mitarbeiter und ermutigt sie neue Fähigkeiten zu entwickeln. Durch hohe Transparenz und regelmäßige Zielfokussierung bleibt das große Ganze stets im Auge.

 

Fazit

Aufgrund jahrelang etablierter, komplexer Prozesse und Strukturen sind Großunternehmen zu langsamen Frachtschiffen geworden. Um auch in Zukunft noch eine relevante Rolle auf dem Markt zu spielen und nicht von kleinen schnellen Sportbooten überholt zu werden benötigt es Mut zum Perspektivenwechsel. Dabei ist es nicht nur wichtig Schritt für Schritt agile Methoden zu integrieren, sondern eine offene Innovationskultur zu etablieren, um Raum für Kreativität und ungeahntes Mitarbeiterpotenzial zu schaffen.

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