Entlarvt: Die 6 größten Produktivitätslügen

Linh Tran, Montag, 10. Januar 2022 | Lesedauer: 7 min.

Alle suchen ständig nach Methoden und Techniken, um effizienter zu arbeiten und um mehr Dinge in kürzerer Zeit zu erledigen. Es gibt unzählige Produktivitätstipps, aber nicht alle führen zum gewünschten Ergebnis.

Ein neues Jahr hat begonnen und das bedeutet, die Zeit der guten Vorsätze hat begonnen. Viele wollen dieses Jahr gesünder essen, mehr Sport machen und viel produktiver sein und sich nicht von „Unwichtigem“ ablenken lassen. Im Internet und auf den sozialen Medien gibt es unzählige Tipps und Lifehacks, wie man seine Produktivität steigern kann. Manche Tipps sind hilfreich, andere weniger. Hier sind die sechs größten Produktivitätslügen, die wir uns häufig vormachen:

1. Schlaf ist etwas für Schwache und nur der frühe Vogel fängt den Wurm

Oft liest man, dass erfolgreiche CEOs sehr früh aufstehen und extrem produktiv sind, obwohl sie nur vier Stunden Schlaf bekommen haben. Aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Jeder Mensch ist anders, und nur weil einige wenige mit sehr wenig Schlaf auskommen, ist für viele Menschen eine Schlafdauer von mindestens 6-8 Stunden unerlässlich. Ständiger Schlafmangel beeinträchtigt die Konzentration und Produktivität, erhöht die Fehleranfälligkeit und wirkt sich auf lange Sicht auch auf die Gesundheit aus. Schlafmangel wirkt sich auch negativ auf Ihre Kreativität aus, denn es ist viel schwieriger, neue und frische Ideen zu entwickeln, wenn Sie übermüdet sind. 

2. Multitasking hilft Ihnen, Dinge schneller zu erledigen

Dies ist eine der größten Lügen, die wir uns einreden. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Gehirn nicht multitaskingfähig ist und sich immer nur auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Was beim "Multitasking" tatsächlich passiert, ist, dass das Gehirn seinen Fokus sehr schnell zwischen verschiedenen Aufgaben wechselt. Manche Menschen sind sehr gut darin, zwischen verschiedenen Aufgaben zu wechseln, aber diese Tätigkeit ist sehr anstrengend, da der ständige Wechsel das Gehirn heißlaufen lässt - natürlich nur im übertragenen Sinne. Das ständige Wechseln zwischen den Aufgaben behindert auch die Fähigkeit, in den "Flow" zu kommen, den Zustand der völligen Konzentration.

Multitasking hilft Ihnen nicht, Dinge schneller zu erledigen. Im Gegenteil, im schlimmsten Fall kann es sogar dazu führen, dass Sie keine Ihrer Aufgaben abschließen können, und das verursacht noch mehr Stress. Es ist viel besser, eine Aufgabe zu erledigen, bevor Sie eine andere beginnen. Dann können Sie sich voll und ganz auf diese Aufgabe konzentrieren, so dass Sie diese viel schneller erledigen können und auch weniger Fehler machen, als wenn Sie zerstreut sind.

3. Pausen sind nur Ablenkungen, die Sie davon abhalten, in den Flow zu kommen

Allerdings sollten Sie sich nicht durch eine Aufgabe quälen, nur um im Flow zu bleiben. Eine Aufgabe in einem Rutsch zu erledigen, ist nur bei kurzen Aufgaben möglich, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber wenn eine Aufgabe länger dauert, ist es wichtig, zwischendurch Pausen zu machen. Eine Pause ermöglicht es Ihnen, Ihre Energie aufzuladen, damit Sie mit neuem Elan weiterarbeiten können.

Als Faustregel gilt, dass Sie nach etwa 45-60 Minuten Arbeit eine kurze Pause von 5 bis 10 Minuten und spätestens nach 2-3 Stunden Arbeit eine längere Pause (20-30 Minuten) einlegen sollten. Länger wird sich Ihr Gehirn nicht konzentrieren können. Sie können die Pomodoro-Technik verwenden, um größere Aufgaben in kürzere Abschnitte zu unterteilen. Das Ziel der Pomodoro-Technik ist es, ein konstantes Energieniveau aufrechtzuerhalten, anstatt sich völlig zu erschöpfen.

4. Je organisierter man ist, desto produktiver ist man

Organisiert zu sein bedeutet nicht automatisch, produktiv zu sein. Haben Sie dieses Szenario schon einmal erlebt? Der Abgabetermin für eine wichtige Präsentation rückt näher und Sie sollten sich darauf vorbereiten, aber stattdessen sind Sie damit beschäftigt, Ihre Ordner farblich zu kennzeichnen? Das nennt man Prokrastination. Wir erstellen oft umfangreiche To-Do-Listen mit Dingen, die wir erledigen müssen, anstatt sie einfach zu tun. Ordnung fördert die Produktivität, z. B. hilft ein aufgeräumter Schreibtisch, Dokumente schneller zu finden, so dass man keine wertvolle Zeit mit der Suche nach etwas verschwendet. Aber wenn Ordnung nur eine Ausrede ist, um die Erledigung einer Aufgabe aufzuschieben, dann kann sie auch der Produktivität schaden. Studien haben außerdem herausgefunden, dass ein unordentlicher Schreibtisch das kreative Denken fördert. Das Schlüsselwort hier ist organisiertes Chaos. Ihr Schreibtisch sollte aber nicht völlig tabula rasa sein. Es ist wichtig, dass Sie ein System haben, das Ihnen hilft, Dinge schnell zu finden.

5. Zeitdruck erleichtert effizientes Arbeiten

Manche Menschen brechen unter Druck zusammen, andere blühen unter ihm auf. Es ist zwar wichtig, eine Art von Deadline zu haben, um sich konzentrieren zu können (siehe Parkinsonsches Gesetz), aber zu viel Zeitdruck führt zu extremem Stress. Es ist also ein schmaler Grat zwischen gerade genug Druck und zu viel Druck. Arbeitsüberlastung gepaart mit Zeitdruck ist eine der Hauptursachen für Burnout und andere gesundheitliche Probleme, unter denen Beschäftigte leiden. In unserer Work-Life-Balance-Umfrage haben wir herausgefunden, dass sich jeder zweite Beschäftigte unter Zeitdruck fühlt, was bedeutet, dass er das Gefühl hat, nicht alle wichtigen Aufgaben in ausreichender Zeit und ohne Unterbrechungen erledigen zu können. Dieser ständige Druck führt dazu, dass sich 20 % der Arbeitnehmenden morgens erschöpft fühlen und in der Folge Angst haben, ein Burnout zu erleiden.

6. Das Internet und seine lustigen Tiervideos sind Produktivitätskiller

Wer liebt nicht ein gutes virales Tiervideo, wie dieses Video von einem Golden Retriever, der nichts fangen kann? Sie haben sicher schon gehört, dass das Internet nicht der Ort ist, an dem Sie sich aufhalten sollten, wenn Sie nicht abgelenkt werden wollen. Es stimmt, dass das Internet eine unendliche Menge an Ablenkungen bietet, oft in Form von lustigen Memes und Videos. Aber Wissenschaftler haben herausgefunden, dass diese humorvollen Ablenkungen tatsächlich dazu beitragen können, dass man produktiver ist. Es funktioniert wie jede andere Pause (siehe 3): Wenn man sich ab und zu ein lustiges Video ansieht, um eine Pause von der Arbeit zu machen, kann man seine Energie wieder aufladen. Die Forscher fanden heraus, dass Personen, die sich ein lustiges Video ansahen, viel länger arbeiteten als ihre Kollegen, die die gleiche Arbeit verrichteten, aber ein langweiliges Video ansehen mussten. Es kommt also nicht darauf an, irgendein Video anzuschauen, sondern ein Video, das wirklich Ihre "Lachmuskeln" anspricht.

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