Das Project Excellence-Modell der GPM

Einführung Project Excellence

Lassen Sie uns mit einer kurzen Erklärung zu Project Excellence starten. Denn viele von Ihnen werden sich bestimmt fragen: Was ist Project Excellence überhaupt? Das Wort Excellence können wir von dem lateinischen Begriff excellere ableiten. Excellere bedeutet so viel wie hervorragen, sich auszeichnen oder vorbildlich sein.

Übertragen wir diese Bedeutung auf das Projektmanagement, steht Project Excellence für außerordentlich gute Projekte, die sich im Vergleich zu anderen stark abheben.

Vorstellung des Project Excellence-Modells

Die Entwicklung des Project Excellence-Modells orientierte sich an dem bekannten EFQM-Modell. Das EFQM-Modell ist ein Qualitätsmanagement-System, das Unternehmen jeglicher Art und Größe einen branchenunabhängigen Managementrahmen bietet.

Das Project Excellence-Modell wurde von der GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.v.) 1996 entwickelt und wird fortwährend aktualisiert. Die GPM übertrug die Kernelemente des EFQM-Modells auf das Projektmanagement und entwickelte diese weiter. Hieraus entstanden neun Hauptkriterien, die auf zwei verschiedene Bewertungsbereiche verteilt sind.

Das PE-Modell bietet Ihnen damit eine Bewertungsstruktur, um herausragende Projektarbeit bewertbar zu machen. Sie können diesen Bewertungsmaßstab für jegliche Art von Projekten einsetzen und als Richtlinie für exzellentes Projektmanagement nutzen.

Aufbau des Project Excellence-Modells

Die Grundidee des PE-Modells basiert auf dem Gedanken, dass das Endprodukt eines Projekts den vorhergegangenen Projektprozess deutlich wiederspiegelt. Das bedeutet: Ein schlecht gemanagtes Projekt spiegelt sich immer im Produkt wieder.

Deshalb werden die neun Hauptkriterien zwei verschiedenen Bewertungsbereichen zugeteilt. Im Project Excellence-Modell unterscheiden wir zwischen zwei Bewertungsbereichen: Befähigerkriterien, die sich auf das Projektmanagement beziehen, und Ergebniskriterien, die sich auf das Endprodukt beziehen.

Im Bewertungsbereich Befähigerkriterien finden sich fünf der neun Hauptkriterien:

  • 01 Führung
  • 02 Ziele und Strategien
  • 03 Mitarbeiter
  • 04 Partnerschaften und Ressourcen
  • 05 Methoden und Prozesse

Dieser Bewertungsbereich enthält alle Faktoren, die ausgezeichnete Ergebnisse im Projekt zum einen ermöglichen und zum anderen auch wiederholbar machen. Deshalb befassen Sie sich hier hauptsächlich mit Aspekten des Projektmanagements.

Der Bewertungsbereich Ergebniskriterien enthält die restlichen vier Hauptkriterien:

  • 06 Kundenzufriedenheit
  • 07 Mitarbeiterzufriedenheit
  • 08 Zufriedenheit sonstiger Interessensgruppen
  • 09 Zielerreichung

Im Bewertungsbereich Ergebniskriterien wird der Fokus mehr auf die Zielerreichung und die Zufriedenheit aller Stakeholder gelegt. Mit Hilfe der Ergebniskriterien befassen Sie sich mit Ihren Projektergebnissen. 

Bewertungsbereiche des PE-Modells: Befähigerkriterien und Ergebniskriterien

Alle neun Kriterien werden anhand einer standardisierten Vorgehensweise und mit Hilfe eines Punktesystems bewertet. Maximal können 1000 Punkte erreicht werden, davon 500 Punkte in den Befähigerkriterien und 500 Punkte in den Ergebniskriterien

Anwendung des Project Excellence-Modells

Das Project Excellence-Modell eignet sich für alle Projektleiter oder Unternehmen, die ihre Projekte gerne selbst und nach einem ganzheitlichen Ansatz bewerten möchten. Ein Vorteil des PE-Modells ist der standardisierte und systematische Bewertungsprozess. Dieser ermöglicht den Vergleich mit anderen Projekten in der Branche oder im Unternehmen und auch einen branchenübergreifendenden Vergleich.

Die Anwendung lohnt sich grundsätzlich, wenn Sie regelmäßig Projekte durchführen und deshalb im Unternehmen ein PM-System etablieren wollten oder dies bereits getan haben. Sie können das PE-Modell sowohl als Analyse-Instrument, als auch als Optimierungsinstrument einsetzen.

Zusätzlich bildet das Project Excellence-Modell die Bewertungsgrundlage für den Deutschen Project Excellence Award der GPM und den Internationalen Project Excellence Award der IPMA.

Lese-Tipp: Ausführliches Dossier zum Modell