Transaktional vs. Transformational (Teil 1): Führungsstile im Vergleich

Timo Gerhardt, Montag, 27. Juni 2022 | Lesedauer: 4 min.

Die Art und Weise, wie Teams geführt werden, verändert sich im Laufe der Zeit ständig. Vor einigen Jahren war ein transaktionsbezogener Führungsstil noch der unangefochtene Standard in fast allen Unternehmen. Mittlerweile scheint ein transformationaler Stil in dieser Angelegenheit aufzuholen und mehr Verfechter für sich zu gewinnen. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass dieser Führungsstil der bessere ist. Was beide Stile ausmacht, worin sie sich unterscheiden und welcher für Sie der passende ist, finden Sie in folgendem Beitrag heraus.

Wenn Sie an eindrucksvolle Führungskräfte denken, kommen Ihnen vermutlich zuerst CEOs aus den Vereinigten Staaten in den Sinn, wie beispielsweise ein Elon Musk, der es schafft, durch sein charismatisches Auftreten eine riesige Fangemeinschaft hinter sich zu vereinen. Musk gilt als Paradebeispiel für einen transformationalen Leader. Wenn wir nach Deutschland, speziell auf die DAX-Konzerne blicken, zeigt sich ein anderes Bild als beispielsweise im Silicon Valley. Hierzulande sind Vorstandsvorsitzende tendenziell Verfechter eines transaktionalen Führungsstils. Somit bleibt beispielsweise ein Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, durch seine eher rationale Art weniger im Gedächtnis als Musk. In welchen Gesichtspunkten sich die genannten Führungsstile konkret unterscheiden, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Der transaktionale Stil: Die rationale Herangehensweise

Die transaktionale Vorgehensweise ist ein sehr ergebnisorientierter Ansatz. Es geht in erster Linie darum, das Team so zu führen, dass Aufgaben möglichst effektiv und effizient abgearbeitet werden. So soll ein möglichst gutes Ergebnis in möglichst kurzer Zeit erzielt werden. Eine rationale und ökonomische Denkhaltung ist für diesen Stil Voraussetzung. Die Teammitglieder erhalten Unterstützung und Ressourcen im Austausch gegen ihre eigenen Bemühungen und Leistungen. Das kommt einer ergebnisorientierten Entlohnung gleich. Die Mitarbeitenden werden also vorrangig durch extrinsische Faktoren motiviert. Letztendlich stehen ein klarer Plan, Strukturen und Ordnung im Fokus. Emotionen und interpersonelle Beziehungen spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Der transformationale Stil: Führen durch Begeisterung

Die transformationale Herangehensweise orientiert sich deutlich mehr an den Mitarbeitenden als Menschen, als an deren Aufgaben. Die Führungsperson tritt nicht nur im Kontext der Aufgabenbewältigung mit dem Team in Kontakt, sondern auch, um den Mitarbeitenden als Person in Richtung der Unternehmensziele zu beeinflussen. Vier Aspekte zeichnen den transformationalen Führungsstil aus:

  1. Individuelle Berücksichtigung
  2. Intellektuelle Stimulation
  3. Inspirationale Wirkung
  4. Idealisierender Einfluss

Die individuelle Berücksichtigung besagt, dass die Führungskraft auf jedes einzelne Teammitglied als Person eingeht. Stärken sollen individuell forciert werden und die persönlichen Ziele sollen in Einklang mit den Zielen des Teams bzw. des Unternehmens gebracht werden. Dadurch wird eine gewisse Wertschätzung vermittelt und eine intrinsische Motivation erzeugt.

Darüber hinaus versuchen transformationale Führungskräfte durch intellektuelle Stimulation Mitarbeitende dazu zu bringen, betriebliche Routineabläufe zu hinterfragen, anders zu denken und den eigenen Innovationsgeist und Wissensdurst weiterzuentwickeln. So kann frischer Wind ins Team kommen und Prozesse veralten in einem sich ständig ändernden Umfeld nicht.

Wenn eine Führungskraft für bestimmte Werte steht und diese authentisch vertritt, wirkt das inspirierend und sie kann so eine starke Vision für das Team oder für das Unternehmen entwickeln. Mitarbeitende begeistern sich durch diese Vision für das, was sie tun. Der entstehende Enthusiasmus beflügelt ein Team.

Der idealisierende Einfluss einer Führungskraft speist sich aus den ethischen und moralischen Überzeugungen, die vertreten werden. Altruistische Motivation kann Mitarbeitende zusätzlich vereinen und an das Unternehmen binden.

Im zweiten Teil erfahren Sie, in welchen praktischen Situationen sich eher ein transaktionaler oder ein transformationaler Führungsstil eignet.

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