Risikomanagement (4) – Der Risikokatalog

Einführung Risikokatalog

Der Risikokatalog – auch Risikoinventar genannt – kann zum einen als Basis für eine Risikoanalyse oder die FMEA-Methodedienen. Zum anderen bietet diese Methode jedoch auch eigenständig angewandt vielfältige Vorteile.

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Ein Risikokatalog stellt eine strukturierte Zusammenstellung potentieller Risikoereignisse eines Projektes dar.

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Ergänzend dazu können Sie auch im Risikokatalog präventive oder reaktive Maßnahmen zur Risikovermeidung vermerken. Damit Sie den Risikokatalog in der täglichen Projektarbeit effektiv einsetzen können, sollte dieser zwei grundlegende Anforderungen erfüllen:

  1. Einfache und übersichtliche Handhabung für das gesamte Projektteam
  2. Anschauliche Darstellungsform für Stakeholder-Information

Vor- und Nachteile eines Risikokatalogs

Mit Hilfe eines Risikokatalogs können darauffolgende Risikoanalysen um einiges schneller durchgeführt werden, da Sie bereits über eine Auflistung möglicher Risiken verfügen und diese lediglich anhand eines bestimmten Schemas bewerten müssen. Zudem dient das Anlegen eines Risikokatalogs als Frühwarnsystem, da Risiken mit höherer Wahrscheinlichkeit rechtzeitig erkannt werden können. Sobald Sie den Risikokatalog als Standardmethode in allen Projekten eingeführt haben und dieser über mehrere Projekte hinweg angewandt wurde, sinkt die Gefahr, dass ein gleicher oder ähnlicher Schadensfall in aufeinanderfolgenden Projekten auftritt.

Nichtsdestotrotz sind auch die Vorteile des Risikokatalogs begrenzt. Beim Einsatz dieser Methode besteht die Gefahr, dass Ihr Team denkt, nicht enthaltene Risiken würden darüber hinaus nicht auftreten. Dadurch werden neue Risiken ggf. unterschätzt oder überhaupt nicht wahrgenommen. Hier ist es wichtig, Ihr Team auf die Methode des Risikokatalogs zu sensibilisieren und klarzustellen, dass immer neue Risiken auftauchen können.

Aufbau eines Risikokatalogs

Die Darstellung im Risikokatalog sollte mindestens die folgenden Spalten umfassen: Risiko-Nummer, -Kategorie, -Bezeichnung, -Beschreibung, -Bewertung und Maßnahmen. Diese Darstellung können Sie jederzeit nach individuellen Bedürfnissen anpassen und beispielsweise weitere Spalten hinzufügen. Zur Orientierung haben wir Ihnen ein Beispiel eines Risikokatalogs zusammengestellt: 

Risikomanagement in Projekten (4) - Aufbei eines Risikokatalogs Beispiel

 

  • Nr.: Laufende Nummerierung der Risiken
  • Risiko-Kategorie: Definieren Sie verschiedene Kategorien, um im Falle eines sehr umfangreichen Risikokatalogs den Überblick zu behalten. (Bsp.: Technik, Markt, Ressourcen)
  • Risiko-Bezeichnung: Kurze und knappe Benennung des Risikos (Bsp.: Lieferverzögerung bei Lieferant X)
  • Risiko-Beschreibung: Geben Sie einen Überblick zur Problematik des Risikos und, falls bekannt, potentielle Folgen.
  • Risiko-Bewertung: Definieren Sie vorab verschiedene Ausprägungen (z.B. gering, mittel, hoch) für die Bewertung der Risiken und führen Sie auf deren Basis eine erste Einschätzung zum Ausmaß des Risikos durch.
  • Maßnahmen: Hinterlegen Sie hier präventive oder reaktive Maßnahmen, die Sie zur Verhinderung des Risiko-Ereignisses oder zur Schadensreduzierung umsetzen werden.

 

Alternative Vorgehensweise

Des Weiteren bietet sich die Möglichkeit, den Risikokatalog bereits nach dem richtigen Schema für die in der Risiko-Analyse verwendete Methodik zu strukturieren. Orientieren Sie sich dafür an den Ausführungen zur Risikoanalyse nach GPM/IPMA bzw. zur FMEA-Methode. Zu diesen Themen haben wir Ihnen bereits kostenlose Templates zur Verfügung gestellt (Download: Template Risikoanalyse nach GPM/ Template FMEA-Methode).

 

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