Notizen mal anders: Sketchnoting

Nutzen der Visualisierung

Visualisierung übersetzt geschriebene oder gesprochene Gedanken in Bildsprache. Dieser Prozess hilft, um Inhalte zu konkretisieren, komplexe Zusammenhänge zu entwirren und Kernthemen zu identifizieren. Visualisierungstechniken setzen dort an, wo sachliche Darstellungen versagen, indem sie unsere Wahrnehmung durch Sinneseindrücke unterstützen. Durch den Einbezug unserer Sinneseindrücke können Informationen viel schneller und intuitiver aufgenommen werden.

Notizen mal anders: Sketchnotes

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zum Einstieg eine einfache Visualisierungsmöglichkeit vorstellen, die Sie ganz unkompliziert für sich selbst üben und ausprobieren können.

Viele wählen die Methode des Sketchnoting als Einstieg in Visualisierung. Beim Sketchnoting halten Sie anstelle von geschriebenen Worten, wichtige Informationen mit kleinen Zeichnungen fest. Dadurch aktivieren Sie Ihre Wahrnehmung auf einer anderen Ebene und können Informationen gleichzeitig sofort miteinander vernetzen.

Was brauchen Sie zum Sketchnoting?

  • Notizbuch: Am besten eignet sich Blankopapier, da Sie hier so kreativ, wie möglich sein können, ohne sich bei der Gestaltung nach Linien und Karos zu richten. Ihr Notizbuch sollte auf keinen Fall zu klein sein, am besten wählen Sie DIN A4.
  • Stifte: Achten Sie auf Stifte, die nicht verschmieren (v.a. Linkshänder!). Ein grauer oder grüner Filzstift ist besonders empfehlenswert, um kleinere Schattierungen zu machen.
  • Tippex bzw. Radiergummi: Brauchen Sie nicht! Fehler sind erlaubt und gehören v.a. am Anfang dazu. Behalten Sie eines immer im Hinterkopf: Sketchnotes sollen keine Kunstwerke sein, sondern das Zuhören und Lernen unterstützen.

Üben, Üben, Üben

Sie haben alles parat, was es zum Sketchnoting braucht? Dann heißt es jetzt üben, denn Übung macht bekanntlich den Meister. Wagen Sie sich erst einmal zu Hause ans Sketchnoting. Hierfür nutzen Sie einfach irgendeinen Vortrag, der online zur Verfügung steht (z.B. auf YouTube). Damit vermeiden Sie, dass Sie beim ersten Versuch gleich von Ihren Sitznachbarn im Meeting beobachtet werden und sich dadurch gehemmt fühlen. Oder üben Sie sich an einigen Standartelementen, wie: Sprechblasen, Etiketten, einfache Objekte (Häuser, Wolken, Bücher, Papier, Computer, Smartphone) oder Emoticons.

Um der Angst vor der leeren Seite vorzubeugen, hier einige Tipps zu möglichen Elementen, die Sie in Ihren Sketchnotes nutzen können:

  • Text: Auch beim Erzählen von „Bildergeschichten“ können Worte durchaus hilfreich sein. Nutzen Sie prägnante Schlagwörter oder zentrale Stellen aus dem Vortrag und notieren Sie diese. Anschließend können Sie sie noch mit einem Rahmen oder ergänzenden Symbolen hervorheben.
  • Kasten: Wichtige Inhalte packen Sie am besten in einen Kasten bzw. eine Box oder eine Sprechblase. Dies hilft Inhalte zu gruppieren und gibt der Seite eine optische Struktur.
  • Pfeile: Kennzeichnen Sie Beziehungen/ Schlussfolgerungen oder zusammengehörige Themen mit Hilfe von Pfeilen.
  • Diagramme: Auch Diagramme können hilfreich sein, um zum Beispiel Trends oder Zahlen zu veranschaulichen. Zusätzlich können Sie inhaltliche Überschneidungen oder ähnliches mit Kreisen (Mengenleere) darstellen.
  • Strichmännchen: Stickmännchen zeichnen ist nicht schwer und bringt Ihre Sketchnotes zum Leben. Stellen Sie Inhalte zum Beispiel mit Hilfe eines fiktiven Protagonisten dar.

Ab in die Praxis

Scheuen Sie sich nicht nach einiger Zeit der Übung, Sketchnoting tatsächlich zu nutzen, um sich bildliche Notizen in einem Meeting oder einem Vortrag zu machen. Hierfür suchen Sie sich einen guten Sitzplatz, von dem Sie einen guten Blick auf den Redner haben und Sie optimaler Weise von niemanden beobachtet werden. Wichtig: Vergessen Sie neben dem Sketchnoting nicht das Zuhören! Sie sollen kein Kunstwerk erschaffen, sondern primär Inhalte aufnehmen und visualisieren.

 

Mehr zum Thema Sketchnoting und Beispiele finden Sie u.a. hier: Sketchnotes