Brainswarming statt Brainstorming

Klassisches Brainstorming verliert mehr und mehr an Beliebtheit - und dies anscheinend zu Recht. Anderen Kreativitätsmethoden ist Brainstorming oft unterlegen, denn ein grundsätzliches Problem dieser Methode hat sich herauskristallisiert: Gruppen hemmen oder beeinflussen sich negativ im Denken. Deswegen haben die Amerikaner Tony McCaffrey und Jim Pearson eine neue Kreativitätsmethode entwickelt: Das Brainswarming. 

Brainswarming wurde indirekt aus der klassischen Methode des Brainstormings abgeleitet. Viele kennen die Brainstorming-Methode und haben diese bereits angewandt. Beim Brainstorming versucht eine Gruppe von Menschen innerhalb bestimmter Regeln gemeinsam Lösungsansätze oder neue Ideen zu sammeln.

Die neue Methode basiert auf der Erkenntnis, dass Brainstorming-Meetings häufig von redseligen Teilnehmern dominiert werden und introvertierte Personen sich deshalb eher zurückhalten. Auf Grund dessen wird die Session von der Meinung der extrovertierten Teilnehmer dominiert und introvertierte Teilnehmer fühlen sich ggf. gehemmt, ihre Ideen mit der Gruppe zu teilen. Das bedeutet, die Brainstorming-Methode ist auf lange Sicht nicht in der Lage, das volle Ideen-Potential aller Teilnehmer auszuschöpfen.

So funktioniert Brainswarming

Beim Brainswarming dreht sich alles um eine Grafik, die oben das gewünschte Ziel und unten die verfügbaren Ressourcen darstellt. Zu Beginn werden gemeinsam alle verfügbaren Ressourcen gesammelt und unten an der Grafik angebracht. Im Gegensatz zum Projektmanagment steht der Begriff „Ressource“ im Brainswarming Ansatz nicht für das verfügbare Personal, sondern für alle einsetzbaren Instrumente. Ein Beispiel wären verschiedene Kommunikationskanäle, die zur Umsetzung eines Marketing- oder Vertriebsziels genutzt werden können. Im nächsten Schritt wird das gewünschte Ziel des Brainswarming-Meetings definiert und oben an der Grafik notiert. Der Unterschied zum Brainstorming ist, dass im Anschluss alle Teilnehmer allein versuchen, Ideen zur Fragestellung zu sammeln. Jeder Teilnehmer hält währendessen seine Ideen auf jeweils einem Post-It fest. Dies führt dazu, dass zum einen mehrere Ideen gleichzeitig und somit viel schneller entwickelt werden können und zum anderen jeder Vorschlag kurz und knapp formuliert wird, da er auf ein Post-it passen muss.

Diese Methodik hat den Vorteil, dass sie sowohl für Bottom-Up-Denker als auch für Top-Down-Denker geeignet ist. Top-Down-Denker werden von oben - vom Ziel - starten und versuchen verschiedene Lösungsalternativen zu entwickeln. Während Bottom-Up-Denker eher bei den vorhandenen Ressourcen beginnen und anhand von diesen verschiedene Lösungen ausarbeiten werden.

Im nächsten Schritt werden alle Post-its in der Grafik angebracht. Die Vorschläge der Top-Down-Denker werden hier am oberen Rand und die Vorschläge der Bottom-Up Denker am unteren Rand fixiert. Nach dieser Gegenüberstellung lassen sich oft schon sinnvolle Verbindungen, die zu möglichen Lösungsansätzen führen, erkennen. Zum Abschluss betrachtet die Gruppe gemeinsam die gesammelten Ideen und bespricht mögliche Ergebnisse der Brainswarming-Session. 

So funktioniert Brainswarming

Brainswarming ist somit eine Kreativitätsmethode, die versucht, das volle Ideenpotential aller Beteiligten auszuschöpfen. Überzeugen Sie sich doch selbst von dieser neuen Methode und probieren Sie Brainwarming einmal aus.

Tipp: Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie beispielsweise im Video des Harvard Business manager Autors Tony McCaffrey. Das Video erklärt zum einen warum Brainstorming häufig nicht zielführend ist und zum anderen gibt es einen weiteren Einblick in die Brainswarming-Methode.