Querdenken erwünscht: Meetings mal anders

Es gibt zahlreiche Tipps, wie ein produktives Meeting angegangen werden soll, zum Beispiel anhand eines klaren Ablaufs und eines Besprechungsprotokolls. Dennoch sind Meetings nicht sehr beliebt, wenn parallel noch zahlreiche andere Aufgaben anstehen, die erledigt werden müssen. Vor allem wenn es darum geht, neue Ideen zu finden, können Besprechungen jedoch auch auf sehr kreative Art und Weise abgehalten werden. Die folgenden Vorschläge sollen dabei helfen, das negative Image von Meetings aufzubessern.

Stehbesprechungen

Meetings im Stehen verbreiten sich immer mehr. Sie dauern idealerweise nicht länger als 10 bis 15 Minuten an. Zu Beginn des Arbeitstags kann eine Stehbesprechung sehr passend sein, um die To-Do-Liste des Tages durchzugehen und alle auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Was steckt hinter diesem Konzept? Längeres Stehen ermüdet die Beine, weshalb bei solchen Meetings wohl nicht lange um den heißen Brei herumgeredet wird und Entscheidungen schneller gefällt werden als sonst. Die Besprechungen sind also kürzer und effektiver, so die Annahme.

Spaziermeetings

Zu häufiges Sitzen ist ungünstig für den Rücken und die Gesundheit allgemein. Deshalb sollten Sie jede Gelegenheit ergreifen, um aufzustehen und sich zu bewegen. Wie oft haben Sie sich darüber beschwert, dass draußen die Sonne scheint, während Sie an Ihrem Schreibtisch sitzen müssen? Wenn Ihre Antwort „häufig“ lautet, dann sind Meetings im Gehen genau das Richtige für Sie. Spaziergänge lockern auf und schaffen eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Gehen Sie zum nächstgelegenen Park oder spazieren Sie einfach um die Häuser der Umgebung. Von frischer Luft umgeben, kann die eine oder andere neue Idee entspringen.

Sportliche Meetings

Viele Geschäftsverhandlungen finden während eines Golfspiels statt. Doch auch andere Sportarten können die unternehmerische Produktivität steigern: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Meeting auf Heimtrainern oder Konferenzrädern? Ja, so etwas gibt es wirklich, und man kann darauf tatsächlich Besprechungen abhalten. Für all jene, die keine Liebhaber von Fahrrädern sind, bieten Jogging und Rollerblades eine Alternative. Scrum-Meetings können sogar wörtlich genommen und als Rugbyspiel durchgeführt werden, aus dessen Bereich dieser Begriff ursprünglich stammt. Mit Sport verknüpfte Meetings stärken das gesamte Team und bieten einen weiteren Pluspunkt: den Ausgleich zum hektischen Alltag durch Bewegung.

Exkursionen

Ausflüge durchbrechen den monotonen Büroalltag und tragen zur Teambildung bei. Eine Wanderung oder ein Picknick im Park wären beispielsweise eine Tagesexkursion wert. Natürlich lassen sich auch längere Ausflüge bzw. Wochenendtrips organisieren, jedoch mit erheblich mehr Aufwand.

Gelegentlich: informelle Treffen

Die Zeit nach Geschäftsschluss ist eigentlich dazu da, vom Arbeitsalltag abzuschalten und sich zu erholen. Doch ab und an kann diese entspannte Atmosphäre auch dazu genutzt werden, neue Ideen zu generieren und Strategien zu entwerfen, beispielsweise einmal jährlich. Ein gemeinsames Essen schafft eine lockere und vertrauensvolle Atmosphäre, in der es leichter ist, seine eigenen Gedanken mit anderen zu teilen. Trotz der Formlosigkeit solcher Meetings sollte aber im Vorfeld ein Ablauf festgelegt werden. Sonst könnte es passieren, dass das Treffen bloß auf ein geselliges Beisammensein hinausläuft und keine konkreten Ergebnisse dabei herauskommen. Halten Sie sich deshalb ein Ziel vor Augen und gehen Sie erst anschließend in den „gemütlicheren“ Teil über.

All diese Meeting-Alternativen eignen sich hervorragen für Brainstormings und Creative Sessions, sollen jedoch nicht klassische Besprechungen in den Schatten stellen. Hierbei ist auch zu bedenken, dass sie nicht für alle Aufgaben und Teams geeignet sind und zudem vom verfügbaren Budget und der Offenheit des Teams gegenüber neuer Methoden abhängen.

 

(Text von Linh Tran, übersetzt von Klara Obermair)