Produktivität 2.0: Der 6-Stunden-Tag

Das Prinzip des 6-Stunden-Tages

Stellen Sie sich vor, es wäre Montagmorgen. Sie haben einen Arbeitstag von 8 bis 9 Stunden vor sich. Wie steht es da um Ihre Motivation? Werden Sie jetzt 8 oder 9 Stunden durcharbeiten? Natürlich nicht, denn niemand kann so lange produktiv sein. Der durchschnittliche Tag im Büro sieht nämlich so aus: Die meisten holen sich erst einmal einen Kaffee und halten einen gemütlichen Plausch mit den Kollegen, dann werden die E-Mails gecheckt und im Social Web gesurft. Und so plätschert der Tag dahin. Sie waren den ganzen Tag im Büro und was ist Ihre wirklich effektive Arbeitszeit gewesen? 6 Stunden? 5? Oder sogar noch weniger?

Genau hier setzt der 6-Stunden-Tag an. Wie der Name schon sagt, geht es beim 6-Stunden-Tag darum, die tägliche Arbeitszeit auf 6 anstatt 8 Stunden zu verkürzen, um die Gesamtproduktivität zu steigern. Bei vollem Lohnausgleich und ohne Überstunden.

Kann das funktionieren? Es kann!

Die Vorteile

Studien und Experimente haben ergeben, dass sich eine Arbeitszeitverkürzung durchweg positiv auf Mitarbeiter auswirkt. Diese seien durch den früheren Feierabend und die zusätzliche Freizeit motivierter, arbeiteten effizienter und produktiver. Durch die längeren Regenerationszeiten unter der Woche seinen Sie zudem langfristig gesünder, schwerwiegenderen Krankheiten wie Burnout wird vorgebeugt. Mehr Zeit mit der Familie und Freunden macht Mitarbeiter glücklicher, die Arbeitsatmosphäre und das Betriebsklima verbessern sich nachhaltig.

Stellen Sie es sich vor: Montagmorgen, Sie können eine Stunde länger schlafen, sind ausgeruhter und emotional ausgeglichener für die Arbeit. Und obwohl Sie später gekommen sind, dürfen Sie trotzdem eine Stunde früher Feierabend machen. Wie steht es jetzt um Ihre Motivation?

Die Risiken

Viele Arbeitgeber sind jedoch trotz der vielen Vorteile des 6-Stunden-Tages diesem gegenüber noch sehr skeptisch, denn er birgt durchaus Risiken. Die häufigsten Bedenken sind sicherlich, dass Unmengen an Arbeit liegen bleiben und die Mitarbeiter trotzdem mehrere umfangreiche Kaffee- und Raucherpausen einlegen und sich die Netto-Arbeitszeit damit noch weiter verkürzt. Sicherlich ist der 6-Stunden-Tag auch nicht in allen Branchen ohne weiteres umsetzbar, beispielsweise in der Pflege. Doch in vielen Fällen ist diese Art der Arbeitszeitverkürzung durchaus realisierbar.

Umsetzung

Um den 6-Stunden-Tag umzusetzen gilt es primär, die Arbeitsprozesse zu verändern. Hier sind drei Stellschrauben, an denen Sie drehen können, um die Vorteile des 6-Stunden-Tages voll auszuschöpfen:

  • Bessere Organisation der Arbeitsabläufe. Eine von Grund auf durchdachte Organisation der einzelnen Arbeitsabläufe sorgt vor allem dafür, dass am Ende kein Schritt vergessen wurde.
  • Bessere Absprache und effizientere Zusammenarbeit. Eine effektive Absprache beugt Missverständnissen vor und bedeutet eine angenehmere Arbeitsatmosphäre. Eventuelle Fragen können schnell geklärt warden.
  • Höhere Transparenz. Durch die bessere Überschaubarkeit der einzelnen Arbeitsschritte und Zuständigkeiten wird Unklarheiten und Missverständnissen von Anfang an vorgebeugt. Dadurch lassen sich Probleme und Fehler im weiteren Verlauf vermeiden.

Um eine optimierte Zusammenarbeit und damit effizientere und langfristig entspanntere Arbeitsabläufe zu gewährleisten, können Programme im Unternehmen eingesetzt werden, mit deren Hilfe Projekte von Anfang an ordentlich strukturiert und geplant werden können. Weiter können sie sinnvoll aufgeteilt werden, Probleme werden in Zusammenarbeit schnell gelöst und Zuständigkeiten schnell geklärt. Durch die hohe Transparenz und Eigenständigkeit wird die Zusammenarbeit insgesamt unkomplizierter und effektiver.

Um jedoch die 6 Stunden, die man am Tag zur Verfügung hat, dann auch konzentriert nutzen kann, sollte darüber hinaus die Konzentrationsfähigkeit des Einzelnen langfristig verbessert werden. Wie Sie das für sich oder Ihre Mitarbeiter erreichen, lesen Sie in einem nächsten Post.

Fazit

Es bleibt also festzuhalten, dass der 6-Stunden-Tag nicht in jeder Branche ohne höhere Kosten durch das Einstellen neuer Mitarbeiter zu realisieren ist. In solchen Branchen aber, in denen das durchaus möglich ist, können sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber von kürzeren Arbeitszeiten profitieren, wenn Arbeitsprozesse durch den Einsatz geeigneter Tools optimiert und die vorhandene Arbeitszeit konzentriert genutzt wird. Denn: Trotz kürzerer Arbeitszeit wollen Ergebnisse geliefert sein.