Infografik: Ideenentwicklung mit dem Edison-Prinzip

Um eine Lösung für Probleme zu finden, muss man sich nicht allein auf die eigene Kreativität verlassen. Dies hat schon Thomas Edison bewiesen, indem er eine sehr strukturierte Arbeitsweise anwendete. Seine Arbeitsweise richtete er an dem Grundsatz „Was sich nicht verkaufen lässt, das will ich auch nicht erfinden“ aus. Wenn auch bei Ihnen der Aha-Effekt nach stundenlangem Brainstorming ausbleibt, kann das Edison Prinzip durchaus nützlich sein.

Das Edison-Prinzip

01 Erfolgschancen erkennen

Um etwas Sinnvolles zu entwickeln, ist ein Startpunkt für die Ideenfindung essentiell. Deshalb begann Edison den Prozess der Ideenentwicklung, indem er sich systematisch auf die Suche nach Problemen oder Schwachstellen von bereits bestehenden Produkten machte und sich zusätzlich an aktuellen Trends orientierte. Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist die Erfindung der Glühbirne: Edison erkannte, dass die damals vorhandene Gasbeleuchtung sehr teuer und gefährlich war und griff den Trend zur Elektrizität als Lösungsansatz auf.

Erst nach der Identifizierung eines Problems kann gezielt mit der Lösungssuche begonnen werden. Zur Bestimmung eines sinnvollen Ansatzpunktes können beispielsweise Kundenbeschwerden oder Marktstrukturen analysiert werden. Im ersten Schritt geht es also hauptsächlich darum, zu erkennen, was andere nicht sehen. Jedes Problem bestehender Produkte oder eines Kunden liefert somit eine Chance für die Entwicklung neuer Ideen.

02 Think out of the box

Im nächsten Schritt betrachtete Edison die identifizierte Schwachstelle oder das Problem aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit Hilfe des Perspektivwechsels soll systematisch nach neuen und unbeschrittenen Denkwegen gesucht werden. Betrachten Sie beispielsweise das Produkt aus der Kundenperspektive und versuchen Sie herauszufinden, unter welchen Voraussetzungen der Kunde sagen würde, dass Sie ein Top-Produkt abliefern.

Eine weitere Hilfestellung für das „Out-of-the-Box“-Denken bieten die sogenannten assoziativen Fragen. Hier notieren Sie zunächst alle Assoziationen, die Ihnen in Bezug auf ein Problem einfallen, und ordnen diese anschließend in einer Tabelle an. Im Anschluss leiten Sie aus jeder Assoziation eine Frage ab. Für die Assoziation „Missverständnisse“ könnte man beispielsweise die Frage „Wie können wir unsere Kommunikation optimieren?“ ableiten.

03 In­s­pi­ra­ti­on

Die Ideenentwicklung lebt von externer Inspiration, denn selbst ein kreativer Mensch wird ohne Inspirationsquellen sehr schwer auf neue Ideen kommen. Edison beispielsweise hatte damals 40 verschiedene Projekte parallel am Laufen und zog für jedes einzelne Projekt Inspiration aus den anderen. Dies bedeutet nicht, dass Sie sich in Multi-Tasking verstricken oder mit zu vielen Aufgaben überfordern sollen. Arbeiten Sie zu einem Zeitpunkt nur an einer Aufgabe. Wagen Sie jedoch den Blick über den Tellerrand, denn oft kommt die Inspiration aus einer komplett anderen Richtung, als erwartet. Halten Sie deshalb gezielt Augen und Ohren für Impulse aus anderen Disziplinen, Fachgebieten und Branchen auf.

04 Kombinieren

Die Grundformel von Edison zur Ideenentwicklung ist relativ einfach: Ausgangsproblem + Inspiration = Idee. Die Umsetzung dieser Formel ähnelt einem Puzzle, da Edison alle Einzelteile so oft zusammensetzte, bis er zu einer passenden Lösung kam.

Hierfür beginnen Sie bei Ihrem Ausgangsproblem und entwickelnd mit Hilfe des Perspektivwechsels Suchfragen zur Lösungsfindung. Ergänzend zu diesem Prozess sammeln Sie externe Inspiration und kombinieren alle Aspekte zu einem Ganzen. Dieser Prozess wird so oft wiederholt, bis die gewünschte Idee oder sogar mehrere gefunden wurden.

05 Ordnen und Optimieren

Nachdem im vorherigen Schritt mehrere Ideen gesammelt wurden, sollten diese auf keinen Fall sofort wieder verworfen werden, auch wenn Experten diese als unbrauchbar einschätzen. Denn selbst diese Ideen können funktionieren, wenn sie systematisch in fertige Konzepte umgewandelt werden. Betrachten Sie hierfür zunächst alle potentiellen Umsetzungsmöglichkeiten einer Idee und entscheiden Sie sich anschließend für oder gegen die Idee. Dieser Prozessschritt der Ideenentwicklung wird Konzeptkreativität genannt.

06 Umsetzung

Im nächsten Schritt ist es ausschlaggebend Ihre Idee überzeugend zu präsentieren, beispielsweise vor Ihren Teamkollegen oder Ihrem Projektmanager. Versuchen Sie deshalb alle Bedingungen im Umfeld, die zur Umsetzung der Idee nötig sind, zu identifizieren. Inkludieren Sie diese Voraussetzung in die Kommunikation Ihrer Idee, wirkt diese von vornherein überzeugender, da sie durchdacht wurde. Zusätzlich sollten Sie sich gute und aussagekräftige Argumente für Ihre Idee überlegen, um Ihre Kritiker davon zu überzeugen. Folglich ist es insbesondere wichtig, sich nicht nur auf die Ideenentwicklung zu fokussieren, sondern auch die Ideenkommunikation nicht zu vernachlässigen.